Amazon Aktie – Deshalb verkauft die Wallstreet

Veröffentlichungsdatum: 04.08.2025

Trotz eines beeindruckenden Umsatzwachstums und solider Quartalszahlen im Jahr 2025 hat der Aktienkurs des Online-Riesen nach der Veröffentlichung der jüngsten Ergebnisse einen Rückschlag erlitten.

Besonders die Cloud-Sparte AWS steht im Fokus der Kritik, da sie hinter den Erwartungen zurückbleibt – insbesondere im Vergleich zu Konkurrenten wie Microsoft. In diesem Artikel beleuchten wir die aktuellen Entwicklungen, analysieren die Gründe für den Kursrutsch und werfen einen Blick auf die Zukunftsperspektiven der Amazon-Aktie.

Starke Quartalszahlen – schwache Reaktion der Aktie

Im zweiten Quartal 2025 übertraf Amazon die Erwartungen der Analysten mit einem Umsatz von 167,7 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 13 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Analysten hatten lediglich mit 162 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn stieg um beeindruckende 33 % auf 18,2 Milliarden Dollar. Diese Zahlen spiegeln die ungebrochene Kauflaune der Verbraucher und die Stärke des Onlinehandels wider, speziell durch das Prime-Geschäft und das wachsende Werbesegment. Dennoch fiel die Aktie nachbörslich um bis zu 8 %, was viele Anleger überraschte.

Quelle: Aktienscreener von Aktien.Guide

Die Gründe für den Abverkauf

Der Hauptgrund für den Kursrutsch liegt in der enttäuschenden Performance der Cloud-Sparte AWS und einem verhaltenen Gewinnausblick. Während der Onlinehandel und das Werbegeschäft positive Akzente setzten, konnte AWS die hohen Erwartungen der Wall Street nicht erfüllen. Anleger hatten auf ein stärkeres Wachstum in diesem für Amazon so wichtigen Segment gehofft, das etwa 60 % des Konzerngewinns ausmacht, obwohl es nur rund 20 % des Umsatzes beisteuert.

Zusätzlich verunsicherte Amazons Prognose für das laufende Quartal die Investoren. Der Konzern stellte ein operatives Ergebnis in Aussicht, dessen untere Spanne deutlich unter den Analystenerwartungen liegt. Dies signalisiert Unsicherheit über die kurzfristige Profitabilität, was die Stimmung an der Börse dämpfte.

Sorgenkind AWS

Die Cloud-Sparte AWS ist seit Jahren der Motor für Amazons Gewinne, doch im zweiten Quartal 2025 wuchs der Umsatz nur um 17,5 % auf 30,9 Milliarden Dollar – ein solides, aber im Vergleich zur Konkurrenz schwaches Ergebnis. (Quelle: Tagesschau.de) (Die offiziellen Schätzungen lagen bei 17,0 %)

Besonders besorgniserregend war der Rückgang der operativen Marge von 35,5 % im Vorjahr auf 32,9 %. Dies deutet darauf hin, dass die hohen Investitionen in den Ausbau der Rechenzentren, insbesondere für KI-Anwendungen, die Profitabilität belasten.

Im direkten Vergleich zeigt Microsoft mit seiner Cloud-Plattform Azure eine deutlich stärkere Dynamik. Azure verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Umsatzwachstum von 39 %, während Googles Cloud-Geschäft um 32 % zulegte. (Quelle: FAZ.de) Einige Analysten prognostizierten sogar, dass Azure bei anhaltendem Wachstum AWS bis Ende 2026 als weltgrößten Cloud-Anbieter überholen könnte.

Warum hinkt AWS hinterher? Ein wesentlicher Faktor ist der Wettbewerb im Bereich Künstliche Intelligenz. AWS setzt stark auf den KI-Boom, doch Microsoft profitiert von seiner engen Partnerschaft mit OpenAI und der Integration von KI-Lösungen in Azure, was das Wachstum antreibt. Amazon hingegen steht unter Druck, seine milliardenschweren Investitionen in KI-Infrastruktur schneller in Umsatz und Gewinn umzuwandeln.

Analystenmeinungen

Trotz der Schwäche bei AWS bleiben viele Analysten optimistisch. Die DZ Bank und JPMorgan hoben ihre Kursziele für die Amazon-Aktie auf 265 US-Dollar an und bestätigten ihre Kaufempfehlungen, da der Onlinehandel und das Werbegeschäft weiterhin stark performen. RBC sieht ebenfalls Potenzial und erhöhte das Kursziel auf 240 US-Dollar. Die Analysten betrachten den Margenrückgang bei AWS als temporär und erwarten, dass Amazon seine Investitionen in KI langfristig erfolgreich monetarisieren wird.

Langfristig bleibt AWS ein zentraler Wachstumstreiber. Laut Statista hält AWS etwa ein Drittel des Marktes für Cloud-Infrastrukturen, und der adressierbare Markt könnte bis 2028 auf 1 Billion US-Dollar ansteigen. Dennoch wird das Wachstum in den Bereichen IaaS, PaaS und SaaS voraussichtlich etwas nachlassen, was die Herausforderung für Amazon verdeutlicht, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten.

Fazit

Die Amazon-Aktie bleibt eine der spannendsten Tech-Investments, doch die jüngsten Quartalszahlen zeigen, dass selbst ein Gigant wie Amazon nicht immun gegen Markterwartungen ist. Während der Onlinehandel und das Werbegeschäft weiterhin glänzen, steht die Cloud-Sparte AWS vor der Herausforderung, mit der Konkurrenz von Microsoft und Google Schritt zu halten.

Anleger sollten die weiteren Entwicklungen – insbesondere im Vergleich zum Wettbewerb – genau beobachten.

Langfristig bleibt Amazon jedoch gut positioniert, um vom KI-Boom und der wachsenden Nachfrage nach Cloud-Diensten zu profitieren. Für langfristige Anleger könnte die aktuelle Kurskorrektur als potenzielle Einstiegschancen gesehen werden. Kurzfristig kann die Aktie aber natürlich erstmal noch weiter korrigieren.

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