Investmentlegende Andrew Brenton – mit dieser risikoarmen Strategie macht er seit 20 Jahren >20% Rendite

Veröffentlichungsdatum: 26.02.2024

Andrew Brenton ist der CEO und Mitgründer des Turtle Creek Asset Managements und erzielt seit über zwei Jahrzehnten in Folge schier unfassbare, konstante Renditen. Mit mehr als 20 % Rendite pro Jahr hat Andrew Brenton den S&P500 im gleichen Zeitraum um das 3-fache outperformt. Damit gehört er neben Starinvestoren wie Peter Lynch und Warren Buffet mit zu den erfolgreichsten Investoren aller Zeiten.

Trotzdem hört und liest man in den Medien nur sehr wenig über ihn. Höchste Zeit, das zu ändern. In diesem Artikel lernst du Brentons ungewöhnlichen, aber einfach umzusetzenden Investmentansatz kennen und erfährst, wie er solche enormen Renditen sogar mit einem risiko-minimierten Ansatz erreicht.

Brentons Investmentphilosophie

Brenton selbst sagt von sich, er sei sozusagen ein Buy-and-Hold-Investor, jedoch nur, solange sich der Aktienkurs nicht deutlich in die ein oder andere Richtung ändert. Erst wenn der Kurs seiner Aktien sich ohne fundamentale Änderungen deutlich bewegt, wird Brenton durch Nachkäufe oder Teilverkäufe tätig. Hierdurch erzielt er eine immense Outperformance gegenüber einer dauerhaften, klassischen Buy-and-Hold-Strategie.

Langfristiger Ansatz: Während seiner ganzen Laufzeit über 23 Jahren wurden insgesamt nur 107 verschiedene Aktien gehalten. 30 dieser 107 Aktien befinden sich aktuell noch im Fond. Die durchschnittliche Haltedauer einer Aktie beträgt also einige Jahre. Aber nicht nur die Haltedauer ist relativ lange. Auch die Investmententscheidung für ein Unternehmen ist ein langwieriger Prozess. Die kürzeste Dauer vom Aufmerksam werden auf eine Aktie bis hin zum Investment betrug ganze 6 Monate. Die Unternehmen werden bis ins letzte Detail durchleuchtet.

Brenton fokussiert sich auf Unternehmen, die ohne einen fundamentalen Grund äußerst günstig bewertet sind. Brenton geht davon aus, dass diese Aktien unterbewertet sind und es nur eine Frage der Zeit ist, bis dieser Unterbewertung in Form eines höheren Aktienkurses wieder ausgeglichen wird.

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Der Unterschied zu Waren Buffets, Peter Lynchs und Benjamin Grahams Investmentansatz

Sein Investmentansatz unterscheidet sich deutlich zu dem Ansatz der meisten großen Starinvestoren:

„Der Markt hat immer recht“. Diesen Satz liest man oft, nachdem eine Aktie einen Kursrutsch hingelegt hat, manche Marktteilnehmer es aber nicht wahrhaben wollen. Brenton ist genau andere Meinung – der Markt reagiert häufig irrational und überreagiert – zumindest kurzfristig.  Dies kann sowohl nach oben als auch nach unten vorkommen. Brenton will sich mit seiner Investmentstrategie diese (seiner Meinung nach nur vorrübergehenden) irrationalen Überreaktionen zu Nutze machen.

Brenton achtet im Gegensatz zu Warren Buffet und vielen anderen Investoren nicht darauf, ob das Unternehmen einen Burggraben besitzt. Er glaubt, es gibt wirklich nur eine Handvoll echte Burggräben, und diese Unternehmen sind in der Regel dementsprechend teuer da dieser Wettbewerbsvorteil bereits eingepreist ist. Außerdem kann dir niemand genau sagen, wie lange dieser Wettbewerbsvorteil tatsächlich aufrechterhalten werden kann. Gerade die technologischen Fortschritte machen es immer schneller möglich, dass ganze Geschäftsmodelle oder Branchen disputiert werden können.

Brentons Vier-Schritte-Investmentprozess

Finde ein gutes Unternehmen

Brenton sucht qualitativ hochwertige Unternehmen. Das bedeutet, diese Unternehmen müssen die Besten in Ihrem Umfeld sein, besser als die Wettbewerber. Besonderes Augenmerk legt hier hierbei aufs Management, und das aus gutem Grund:

Das Aktienkriterium „Management“ wird oftmals selbst von großen Hedgefonds vernachlässigt oder sogar komplett ignoriert, da man hierfür viel Aufwand betreiben muss und diese Informationen in keinem Aktienscreener der Welt zu finden sind. Brenton hört sich viele Interviews und Quartalsberichte des Managements an. Zudem sucht er den direkten Kontakt und spricht mit dem Management.

Hierdurch bekommt er ein besseres Gefühl für die derzeitige wirtschaftliche Situation des Unternehmens. Gelegentlich gelangt er sogar an Informationen, die der breiten Öffentlichkeit so noch nicht bekannt sind. Während des ersten Corona-Lockdowns sprach er beispielweise mit sämtlichen Unternehmenin denen er investiert war darüber, wie sie die Corona-Situation wahrnehmen und inwiefern sie betroffen sind oder sogar profitieren können.

Als Kleinanleger stellst du dir jetzt vielleicht die Frage, inwiefern dir das weiterhelfen kann?

Tatsächlich ist es so, dass jedes Aktienunternehmen einen Ansprechpartner für Investoren hat. Die Kontakt-Emailadresse ist normalerweise auf deren Website leicht zu finden. Dort kannst du sämtliche Fragen stellen. Oftmals wird dir geantwortet – gerade kleinere Unternehmen haben generell eine höhere Antwortrate als große Unternehmen. Diesen Aufwand betreiben 99,9% aller Kleinanleger nicht. Mache ihn zu deinem Vorteil.

Außerdem muss sich Management für die Shareholder einsetzen und in deren Interesse agieren. Denn letztendlich ist es die Entwicklung des Aktienkurses, was für Anleger wichtig ist. Ein Shareholder-freundliches Management zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Gute Kommunikation zu den Investoren
  • Rückkauf eigener Aktien
  • Management ist selbst signifikant investigiert
  • Management verkauft keine Aktien – und kauft bei Kurskorrekturen ggf. sogar nach

Cashflow und Bewertung

Ein Unternehmen mit einem hervorragenden Produkt, einen starken Wettbewerbsvorteil und ein erstklassiges Management ist die Grundvoraussetzung für Brenton. Doch das alleine reicht nicht. Denn nur wenn die Aktie zu einem angemessenen (unterbewerteten) Preis zu haben ist, ist sie für Brenton interessant. Dann sieht er für sein potentielles Investment eine entsprechende safety of margin (Sicherheitsmarge) und das entsprechende Aufholpotential des Aktienkurses.

Sobald er ein erstklassiges Unternehmen findet, dass alle Kritierien erfüllt, jedoch einen zu hohen (ggf. fairen) Aktienkurs hat, setzt er diese Aktie auf seine Watchlist. Früher oder später wird es vorkommen, dass diese Aktie irrationaler Weise einmal stark fällt und eine Unterbewertung aufweist. Dann ist Brenton vorbereitet, hat das Unternehmen bereits vollständig analysiert und kauft die Aktie.

Der Hauptfokus liegt auf der fundamentalen Bewertung. Wie viel Gewinn im Vergleich zu seiner Marktkapitalisierung generiert das Unternehmen? Wie stabil und dauerhaft sind diese Gewinne? Wird das Unternehmen diese Gewinne auch in Zukunft erzielen und sogar erhöhen können?

Ein weiterer Aspekt sind die Wachstumsaussichten des Unternehmens. Sowohl die organischen als auch die anorganischen (durch Unternehmenszukäufe) Wachstumsmöglichkeiten. Viele Investoren argumentieren, dass ein durch Unternehmenszukäufen entstandene Wachstum irrrelevant ist, da dieses Wachstum teuer erkauft wurde. Brenton argumentiert hier jedoch anders: Wenn das Unternehmen in Vergangenheit bereits bewiesen hat, erfolgreich Unternehmen günstig akquirieren und sinnvoll eingliedern zu können, ist bei ihm auch anorganisches Wachstum gerne gesehen.

Das Verhältnis zwischen einem hohen Gewinn bzw. Free Cash Flow und dem Wachstum muss stimmen

Im Vergleich zu konventionellen Investoren bewertet er die Zukunftsaussichten eines Unternehmens nicht konservativ, sondern realistisch bis optimistisch. Welche Gewinne kann das Unternehmen in den nächsten 3, 5 oder 10 Jahren erzielen? Welche Bewertung wäre dann gerechtfertigt?  Wie groß ist dieses Aufholpotential vom aktuellen Kurs bis hin zur einer realistischen, gerechtfertigten Bewertung in 3, 5 oder 10 Jahren?

Eine Möglichkeit zur Feststellung einer Unterbewertung hinsichtlich des Wachstums ist das PEG Ratio. Mit dem PEG Ratio ist es möglich, die zu erwartenden Wachstumsraten des Gewinns in das Verhältnis mit der Aktienbewertung zu setzen. (Die Formel lautet KGV / Gewinn-Wachstumsrate)

Wenn das KGV (Kursgewinnverhältnis) einer Aktie 20 beträgt, und die Gewinne des Unternehmens mit 20% wachsen, deutet das PEG Ratio von 1,0 auf eine faire Bewertung hin.

Sobald das Gewinnwachstum (in Prozent) jedoch deutlich höher als das aktuelle KGV ist, könnte das auf eine Unterbewertung des Aktienkurses hindeuten. 

(PEG Ratio unter 1,0 = Unterbewertung; PEG Ratio über 1,0 = Überbewertung)

Beispiel: Ein KGV von 10, bei einem prognostizierten Gewinnwachstum von 30 % ergibt ein PEG Ratio von 0,33 – was auf eine Unterbewertung der Aktie hindeuten kann.

Hierbei ist anzumerken, dass das PEG nur eines von mehreren Hilfsmitteln ist. Wenn ein Unternehmen eine extrem starke Marke, einen tiefen Burggraben und/oder sehr hohe Margen aufweist, kann selbstverständlich auch bei einem PEG Ratio von über 1,0 eine Unterbewertung vorliegen. Im Umkehrschluss muss ein PEG Ratio von unter 1,0 nicht automatisch eine Unterbewertung der Aktie bedeuten.

Gewichtung und Dollar-Cost-Averaging

Die Gewichtung spielt eine große Rolle. Brenton gewichtet jede Aktie mit einem niedrigen, einstelligen Prozentsatz des Gesamtportfolios. Das minimiert einerseits das Klumpenrisiko der Einzelinvestitionen. Andererseits hat er Spielraum, um die Aktienanteile eines Unternehmens ggf. aufzustocken.

Wenn die bereits im Depot enthaltene Aktie deutlich im Kurs fällt, es aber keine fundamentalen Gründe hierfür gibt, stockt Brenton diese Aktie mit weiteren Zukäufen auf. Seine einzige logische Erklärung ist eine irrationale, kurzfristige Unterbewertung dieser Aktie.

Anders agiert er genauso. Steigt seine Aktie deutlich an, sollte man sich nicht nur darüber freuen, dass man mit dem Erkennen der Unterbewertung richtiglag, sondern stattdessen Teilverkäufe tätigen und Gewinne mitnehmen. Denn sobald die Unterbewertung ausgeglichen ist, und die Aktie fair bewertet ist, ist es sinnvoller das frei gewordene Geld wieder in eine neue, unterbewertete Aktie zu stecken. Oder er wartet, bis diese Aktie erneut eine Unterbewertung aufweist, und kauft seine höher verkauften Anteile wieder zurück.

Regelmäßige Kontrolle

Mit der Investmententscheidung allein ist es allerdings nicht getan. Es muss regelmäßig immer wieder aufs Neue geprüft werden, ob das Unternehmen seine einzigartige Marktstellung weiterhin besitzt. Insbesondere in den letzten Jahren kann es zunehmend schneller vorkommen, dass Unternehmen ihren einstigen Glanz verlieren und von Wettbewerben überholt oder gar gänzlich disruptiert werden. Grund hierfür ist der nicht enden wollende technologische Fortschritt. Eines der aktuelleren Beispiele ist der schnell zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz, welcher bereits das Geschäftsmodell einiger Unternehmen obsolet gemacht hat.

Aktuelle Depot-Holdings

Anbei die Top-23 Holdings des Turtle Creek Asset Management zum 31.12.2023.

AktieDepot-Anteil
Berry Global Group Inc7.08%
Middleby Corp6.27%
Carmax Inc5.17%
Tfi Intl Inc4.91%
Colliers Intl Group Inc4.91%
Ss&c Technologies Hldgs Inc4.69%
Brunswick Corp4.42%
Discover Finl Svcs4.30%
Ingersoll Rand Inc4.29%
Bread Financial Holdings Inc4.17%
Service Corp Intl4.04%
Open Text Corp3.81%
Gildan Activewear Inc3.77%
Cvs Health Corp3.55%
Floor & Decor Hldgs Inc3.52%
Ats Corporation3.29%
Borgwarner Inc3.01%
Vontier Corporation2.98%
Magna Intl Inc2.85%
Encore Cap Group Inc2.73%
Euronet Worldwide Inc2.68%
Celanese Corp Del2.38%
Urban Outfitters Inc2.21%

Hiervon lässt Brenton die Finger

  • Brenton shortet niemals Aktien. Es gibt verschiedene Gründe, die dafür sorgen können, dass eine Aktie weitersteigt, auch wenn der Gegenteilige Fall logisch erscheint.  Wenn er der Ansicht ist, eine seiner Aktien steht zu hoch, oder der Gesamtmarkt ist zu stark nach oben gelaufen, trennt er sich von seinen Positionen, geht aber niemals Leerverkäufe ein.
  • Biotech-Aktien rührt Brenton nicht an, da deren Entwicklung von zu vielen unsicheren Faktoren abhängt. Niemand genau kann sagen, ob eine Studie Erfolg haben wird, ob ein Medikament von der FDA zugelassen wird oder ob nicht doch irgendwelche Langzeitschäden eines Medikamentes auftreten.
  • Tolle Unternehmen, die aber teuer bzw. fair bewertet sind.

Wie kannst du von Brentons Investmentansatz profitieren?

Andrew Brenton widerlegt die weitläufige These, hohe Renditen könnten nur erzielt werden, wenn man im gleichen Zuge hohe Risiken eingeht. Dies erreicht er, indem er ausschließlich in qualitativ hochwertige Aktien investiert, bei der er eine unbegründete Unterbewertung feststellt.

Um diesen Investmentansatz für dich zu nutzen, ist es zwingend notwendig, dass du für deine Investmentrecherchen mehr Zeit als der durchschnittliche Kleinanleger aufbringen kannst. Sobald du auf ein Unternehmen stößt, dass besser als seine Wettbewerber ist, solltest du dich mit dessen fundamentaler Bewertung auseinandersetzen. Stelle sicher, dass das Unternehmen über eine solide Bilanz und einen hohen Free-Cash-Flow verfügt und diesen in Zukunft aller Voraussicht nach sogar ausbauen wird.

Zu guter Letzt solltest du nur in diese Aktie investieren, wenn du eine Unterbewertung mit einer hohen margin of safety feststellen kannst. Hierzu kannst du einen Vergleich zu den fundamentalen Bewertungen ähnlicher Wettbewerber ziehen. Eine andere Möglichkeit ist es, sich vergangene Kennzahlen wie das historische KGV bzw. die historische Free-Cash-Flow Ratio anzuschauen. Sobald diese –  ohne fundamentalen Änderungen des Unternehmens – besonders tief stehen, bietet sich eine Investition nach Andrew Brentons Investmentphilosophie an.

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