Varta Aktie crasht: 5 rote Flaggen – wie stark insolvenzgefährdet ist Varta?

Zuletzt aktualisiert: 26.04.2024

Die Varta-Aktie crasht und bricht um über 30 % ein, nachdem am 11. April 2024 nach Börsenschluss verkündet wurde, dass die bisherigen Sanierungsmaßnahmen nicht mehr ausreichen werden, um die Firma bis Ende 2026 wieder auf einen profitablen Wachstumskurs zu bringen. In den Medien vermehren sich die Spekulationen, wie stark insolvenzgefährdet Varta tatsächlich ist.

Dieser Kurseinsturz lässt die Varta-Aktie mittlerweile sehr günstig erscheinen. Das lockt viele Kleinanleger an, welche dem Reiz des schnellen Geldes nicht widerstehen können. Warnung: Warum das riskant ist, und eventuell zu einem Totalverlust führen kann, möchten wir hier erläutern.

Risiko 1 – Verschuldung

Varta ist enorm hoch verschuldet und hat über 250 Millionen Euro Bankschulden, und nochmal weitere 235 Millionen Euro in Form von Schuldscheinen. Die Summe an Schulden ist mittlerweile beinahe so hoch, wie die komplette Marktkapitalisierung des Unternehmens.

Risiko 2 – defizitäres Geschäft

Grundsätzlich ist eine hohe Verschuldung noch nicht existenzbedrohend. Wenn die hohe Verschuldung jedoch mit einem defizitären Geschäft (Unternehmen erwirtschaftet Verluste) gepaart ist, steigt das Risiko deutlich an. Vor allen Dingen, wenn ein hohes Zinsumfeld herrscht, wie es aktuell der Fall ist. Neues Kapital kann dadurch in der Regel nur teuer beschaffen werden.

Risiko 3 – Schwächelndes operatives Geschäft

Varta gibt ein seiner gestrigen Ad-hoc-Mitteilung an, dass das Geschäft mit dem kleinen Lithium

-Ionen-Knopfzellen für Kopfhörer und auch das Geschäft mit den Energiespeichern schlechter laufe als erwartet. Gerade die Energiespeicher galten bei vielen Varta-Anlegern als Hoffnungsträger des Unternehmens. Unter anderem werden hohe Läger der Händler als Grund für den Einbruch genannt.

Risiko 4 – Konkurrenz aus China nimmt zu

Wer etwas über den Tellerrand blickt, für den ist die folgende Info aus gestriger Mitteilung keine große Überraschung – trotzdem scheinen einige Investoren diesem Risiko nicht genügend Beachtung geschenkt zu haben:

Die Konkurrenz aus China wird immer stärker und kann zu günstigeren Preisen als Varta liefern.

Risiko 5 – Hackerangriff immer noch nicht überwunden

Der Cyberangriff vom Februar 2024 legte Vartas Produktion wochenlang lahm. Zudem konnte ein großer Teil Belegschaft wochenlang nicht mehr richtig auf die Systeme zugreifen.

Es scheint, als hätte Varta selbst 2 Monate nach dem Cyberangriff weiterhin mit Problemen zu kämpfen. So lässt sich selbst heute – am 12. April 2024 – noch folgende Meldung auf der Startseite der Varta-Website finden:

„In der Folge des Cyberangriffs auf unser Unternehmen ist unsere Erreichbarkeit via Festnetz aktuell in manchen Teilen noch eingeschränkt.  Ihre E-Mails erreichen uns wieder und wir arbeiten einen eventuell noch bestehenden Rückstau aktuell ab. Sollte es dabei zu Verzögerungen kommen, bitten wir um Geduld.“

Die tatsächlichen Auswirkungen und den entstandenen Schaden wird man wohl erst bei der nächsten Veröffentlichung der Zahlen erfahren.

Update vom 26.04.2024

Der neue Termin für die Veröffentlichung des Geschäftsberichts steht nun fest: Varta setzt den Termin auf den 28. Juni 2024. Dieser Termin liegt noch über 2 Monate in der Zukunft, was meines Erachtens kein gutes Zeichen sein kann.

Fazit

Wir möchten hier nochmal alle explizit davor warnen, die hier auf der Jagd nach dem schnellen Geld sind: Varta ist hoch verschuldet, macht Verluste, die chinesische Konkurrenz wird immer stärker, und dazu scheint der Hackerangriff immer noch nicht überwunden zu sein…

Die Zukunft der Varta-Aktie ist ungewiss – und angesichts der prekären finanziellen Situation und den schlechten Wachstumsaussichten scheint ein Totalverlust in unseren Augen durchaus ein Szenario auf lange Sicht zu sein, mit dem Anleger sich auseinandersetzen sollten.

Positiv hingegen wäre, wenn die EZB die Zinsen sehr schnell und stark senken würde. Dadurch könnte Varta sich günstiger refinanzieren, was der finanziellen Situation von Varta zugutekommen würde. Spekulationen um eine Varta Insolvenz wäre damit vermutlich – zumindest erst einmal – vom Tisch.

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